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Orgellandschaft Dänemark, Vol. 2

Werke von Maurice Duruflé, Marcel Dupré, Olivier Messiaen, Johannes Brahms und Charles-Marie Widor


interpreter: Johannes Unger an der Hauptorgel im Dom zu Maribo (Dänemark), 50/III/P Knud Olson (1895) / Carsten Lund (1985) / Überholung 2002
Publisher: Querstand VKJK 0701(2009)
category: CDs
published in: Organ – Journal für die Orgel 03/2009, Page 56


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Der bleibende Wunsch nach einer qualitätvollen „Universalorgel“, auf der möglichst die Orgelliteratur un­­terschiedlichster Epochen sowie na­tionaler Schulen einigermaßen über­zeugend aufführbar sein soll, war und ist stets mit gewissen künstlerischen Einschränkungen und einer zwangsläufig daraus resultierenden Gesichtslosigkeit solcher Instrumente verbunden. Dies gilt in gewissem Umfang auch für die auf der vorliegenden CD erklingende norwegische Olson/Lund-Orgel. Neben je einer überblasenden Flûte harmonique in Haupt- und Schwellwerk be­gegnen zuhauf Registernamen, die eher für (neo-)barocke Orgeln nord­deutscher Provenienz typisch sind.
In dem mehrsprachigen (D/E/F) Booklet ist allerdings explizit vermerkt, dass „das Instrument […] sich heute zu Darstellung eines sehr breiten Spektrums der Orgelliteratur, besonders aber zur Darstellung der französisch-symphonischen Mu­sik [eigne]“. Dahinter muss man ein deutliches Fragezeichen setzen, denn allzu symphonisch geriert sich die Disposition (und auch die Intonation) des eingespielten Orgelwerks nicht. Auch die räumlichen Dimensionen der „Domarchitektur“ von Maribo ge­währleis­ten nicht die für die französische Kathedralmusik or­gelsinfonischen Zuschnitts notwendige Kathedral­akustik bzw. in ihr evozierte „Kathedralmystik“.
Trotz des leicht gleißenden Diskantklangs stellt sich in der ersten Duruflé-Komposition wirkungsvoll kaum carillonartiger Glanz ein. Was bei den ausgewählten Stationen aus Duprés Kreuzweg jedoch gravierender ins Gewicht fällt, gilt merkwürdigerweise für die meisten übrigen französischen Stücke auf der CD. Der Hörer vermisst etwas den zupackenden, leidenschaftsvollen Ausdruck des im Übrigen technisch makellosen Vortrags. Ungers Spielweise wirkt allzu akkurat bis analytisch und eben emotionsarm (was der Ästhetik Duprés auf der Orgel vielleicht noch am ehesten entgegenkommt).
Einen anderen Eindruck hinterlässt bei dieser Einspielung die Musik von J. S. Bach und Brahms. Die Choralbearbeitung BWV 1095 ist mit herrlich „sprechenden“ Stimmen instrumentiert, und nicht zuletzt das vornehm zurückhaltende Tremolo des Cantus firmus stimmt hervorragend in die vom Organis­ten vorgegebene Thematik „Christi Leiden und Auferstehung“ ein. Für das Choralvorspiel „O Traurigkeit“ von Brahms ist der eindrucksvoll streichende, bewusst romantisieren­de Klang hier geradezu optimal. Einen versöhnlichen und auch klanglich durchaus imposanten Ausklang bildet das mit hinreißender Verve musizierte österliche Finale (über: Haec Dies) der – hier mit drei Sätzen unverständlicherweise leider nur als Torso eingespielten – (viersätzigen!) zehnten und meisterlichen letzten Orgelsymphonie Widors: La Romane.

Christian Ekowski




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